Reportage 4

e-learning

Seit kurzer Zeit wird die Welt mit Begriffen wie "E-Learning" und "Lernplattformen" konfrontiert. Wir haben mit Herrn Günter Schenck von der GfA (Gesellschaft für Arbeitsmethodik) gesprochen, um uns unter anderem über diese Begriffe aufklären zu lassen.

E-Learning bedeute, so Herr Schenck, die Unterstützung des Lernens mit den neuen Medien, hauptsächlich durch das Internet oder CD-ROMs. Bücher, Zeitschriften usw. sollen keinesfalls ersetzt werden, ebensowenig wie die direkten zwischenmenschlichen Kontakte. Aber es sei so, dass z.B. nach Seminaren viele der Inhalte wieder vergessen werden würden oder auch noch neue Fragen auftauchten. Indem man sich dann die erarbeiteten Informationen anschauen könne und zwischen den Teilnehmern ein Netzwerk entstehe, solle das Lernen viel intensiver und nachhaltiger werden.

"Lernplattformen bieten einen virtuellen Treffpunkt, an dem sich z.B. eine Gruppe, die auseinandergegangen ist, treffen und austauschen kann. Das Wort Lernplattform hat sich mittlerweile eingebürgert. Lernumgebung wäre allerdings die bessere Bezeichnung", Herr Schenck weiter.

"In einer Lernplattform lassen sich elektronische Bücher integrieren, mit denen man weit mehr als mit normalen z.B. Schulbüchern anfangen kann. Im Volltext-Modus lassen sich das gesamte Buch durchsuchen und Bemerkungen an den Rand der wichtigen und interessanten Seiten machen. So findet man diese Seiten bei einer Recherche viel schneller wieder.
Wenn dann ein Leser eine Frage an den Tutor hat, wird sie von diesem, egal wo er ist, schnell beantwortet werden können. Frage und Antwort werden dann in die Lernplattform gestellt und alle anderen Leser des Buches könnten von dieser Frage profitieren.
Ein anderer Vorteil ist, dass man mit Menschen im Ausland viel schneller und viel einfacher kommunizieren kann.
Das Ziel einer solchen Lernplattform ist, Lernprozesse effizienter, effektiver und damit nachhaltiger werden zu lassen. Das bedeutet, dass nach einem Seminar das Gelernte nicht nach zwei Wochen wieder vergessen wird. Eine solche Lernplattform könnte den Seminarteilnehmer dann in gewissen Abständen an den Inhalt des Seminars erinnern. So wäre es für ihn ein nachhaltiger Lernerfolg."

Herr Schenck rechnet damit, dass sich die Lernplattformen durchsetzen werden. Interessant seien diese in Zukunft vor allem für Schulen, Universitäten und die gesamte Weiterbildung. Dieses würde jedoch nicht kurzfristig geschehen, da es bekanntlich kein ausreichendes Budget für Schulen gibt. In anderen Bereichen könne sich eine solche Lernplattform jedoch viel schneller durchsetzen. Wenn man beweisen würde, dass eine solche Umgebung nach einem Seminar für einen Teilnehmer viel effektiver ist, würde es sich im Verkauf sicherlich sehr schnell durchsetzen, da es langfristig auch dem Budget eines Untermehmens zugute käme, wenn die Produktivität höher als vor einem Seminar mit anschließendem Plattformzugang.
Hat sich das E-Learning erst einmal in einigen Sparten durchgesetzt, würden sicherlich auch Forderungen laut, auch der Schule so etwas zur Verfügung zu stellen.

Weblink: http://www.g-f-a.de

Interview und Bericht:
Maike Schmidt und Christoph Bruns
Fotos: Stefan Knauer