e-learn-watt – von der Vermittlungs- zur Aneignungsperspektive
Im traditionell gestalteten Unterricht wird zwar durchaus effektiv gelernt, aber das Gelernte bleibt i. d. R. bloß als träges Wissen vorhanden, d.h. es wird behalten und kann auch kognitiv reproduziert werden, doch es ist nicht anwendbar, steht nicht für Bewältigung von Problemen in Leben und Wirklichkeit bereit. Im Gegensatz und quer zum alltäglichen Fachunterricht, der vornehmlich durch eine "Vermittlungsdidaktik" bestimmt ist, stellt das Projekt "e-learn-watt" anregende Lernumgebungen bereit, in der ungewöhnliche Beobachtungen und Unterscheidbarkeiten möglich werden.

e-learn-watt – Förderung eines computergestützten, situierten Lernens
Durch die Nutzung der neuen multimedialen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht das Projekt mit seinen zahlreichen Reportagen und vor-Ort-Recherchen ein computergestütztes Naturerleben, schafft Begegnungen mit Lebewesen und Lebensräumen bzw. mit unbelebter Natur. Im Vordergrund steht nicht eine "Belehrungs-", sondern eine fächerübergreifende und auf anschlussfähiges Orientierungswissen zielende "Ermöglichungsdidaktik".

e-learn-watt – Positionsveränderung der Lehrkraft
Die fachpädagogische Lehrkraft ist so nicht länger begrenzt auf die übliche und erwartungsgemäß ausschließliche Expertenposition. Wie die Schüler/innen wird bzw. bleibt auch die Lehrkraft Teil der Lerngruppe. Damit ist die Lehrkraft nicht mehr länger der Erwartung ausgesetzt, alles besser zu wissen bzw. wissen zu müssen. Statt in der vermeintlich primären Funktion des fachwissenschaftlichen Experten ist die Lehrkraft vielmehr als Ideengeber und Moderator weitgehend selbstständiger Lernprozesse gefordert.

e-learn-watt – Einheit von Ökonomie und Ökologie
Auch ein outdoor-Projekt wie e-learn-watt mit seinen multimedialen Finessen muss Rechenschaft liefern, ob die eingesetzten Ressourcen ökonomisch sinnvoll und naturverträglich eingesetzt sind. Im Gegensatz zu den Hard- und Softwarekomponenten (insbesondere zu den kostengünstigen Produkten der Firma Apple Computer) stellt die technische Beratung und Betreuung des Projekts den größten Kostenfaktor dar. Die Ursachen dafür liegen im Pilotcharakter – technische Erfahrungen mit Live-Übertragungen ins Internet fehlen noch weitgehend. Allerdings hat es in der jüngsten Vergangenheit auch für die Nutzung des Internet oder des Computers als Multimedia-Werkzeug vergleichbar betreuungsaufwändige Startphasen gegeben.
Nicht zu unterschätzen ist die Multiplikatorenfunktion der Kommunikationsstrategie: Im Prinzip könnten unendlich viele Schulen an den Aktivitäten und Aufgaben auf der Insel partizipieren, ohne dass dabei gravierende Kosten entstünden. Die Videoproduktionen können außerdem über den Live-Anlass hinaus dauerhaft als Materialsammlung im Internet angeboten werden. Hier kündigt sich eine Marktnische an, die in diesem Fall von einer Schülerfirma aufgegriffen worden ist. Die technische Dimension in Einheit mit dem umweltpädagogischen Konzept des situierten Lernens hat folgende Qualitäten:

  • Veranschaulichung von Realitäten, die sonst nur schwer oder nicht zugänglich sind
  • Verbesserung der Vorstellungskraft von Umwelt-Technik-Beziehungen
  • Beitrag zur Entwicklung eines Umwelt-Basiswissens und -bewusstseins
  • Anstoß zu weiterführenden Lernprozessen (Hintergründe und Zusammenhänge).

Der letzlich unverzichtbare reale, sinnliche Kontakt mit dem echten Wattenmeer könnte mit Hilfe von computergestützten Umweltbildungsprojekten wie zum Beispiel "e-learn-watt" bewusster, sensibler, kritischer, engagierter – nachhaltiger – vorbereitet werden.


e-learn-watt - ein nachhaltiges On-Going-Event
Das Umweltbildungs- und Kommunikationsprojekt "e-learn-watt" legitimiert seinen Nachhaltigkeitscharakter primär in seinem strategischen Ansatz, Umweltbildung in eine nachhaltige Entwicklung zu überführen:
Das Projekt 2005 knüpft an den Erfahrungen des vergangenen Jahres an und erweitert seinen Wirkungsgrad auf eine Vielzahl von Schulen. Zugleich ist es ein wichtiger Etappenschritt in der Perspektive, im Jahr 2006 Schulen aus den Nordsee-Anrainerstaaten in diesem Projekt miteinander zu verbinden.
Allerdings muss auch für die in diesem Jahr beteiligten Lerngruppen eine nachhaltige Entwicklung gesichert sein. Die am Vormittag gewonnenen Erkenntnisse und Eindrücke lassen sich nur dann dauerhaft verankern, wenn im Folgeunterricht Möglichkeiten der Nachbesprechung, der Korrektur und der Ergänzung bestehen.
Die Schülerfirma axxi.de stellt alle Filmbeiträge und Aufgabenstellungen ins Internet.

e-learn-watt – neue Qualität externer Kooperationen
Die Realisierung dieses Projekts ist nicht denkbar ohne eine Öffnung von Schule, ohne die Vernetzung von Bildung und Wirtschaft, ohne die Entwicklung langfristiger (Lern-)Partnerschaften. Im Projekt e-learn-watt beschränkt sich der Beitrag eines Wirtschaftsunternehmens nicht mehr länger auf eine materielle Unterstützung, sondern schließt Evaluationsmaßnah-men ein, mit denen der Einsatz materieller und auch humaner Ressourcen überprüfbar und damit steuerbar wird. Hier dokumentieren Ansätze eines zukunftsfähigen Lernens und Wirtschaftens, wie lebendig und wirkungsvoll ein Netzwerk zwischen Bildung, Umwelt und Wirtschaft sein kann.
Für die freundliche, unbürokratische und ermutigende Kooperation bedanken wir uns bei unserer Schulleitung und bei unseren externen Partnern: Apple Computer, BLK-Programm Transfer-21, BUND, EWE TEL, Institut für Chemie und Biologie des Meeres (Universität Oldenburg), Juniper Networks, NK Networks & Services.

e-learn-watt – ein Erfahrungsfeld zum kooperativen Lernen
Die Schülerfirma axxi.de hat im Herbst 2003 aktiv an der Jahreskonferenz des Projektes "Internationales Netzwerk innovativer Schulen" (INIS) der Bertelsmann-Stiftung teilgenommen. Die beherrschende Frage war: "Wie können wir unsere unterschiedlichen Schulsysteme fit machen für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts." 
In Kanada konnte der Referent und Trainer Norm Green (Director of Teaching and Learning Strategies am Georgian College in Ontario, Canada) mit seinem Konzept des "Kooperativen Lernens" erhebliche Erfolge erzielen. Er entwickelte auf der Basis der Erkenntnisse der amerikanischen Wissenschaftler David und Roger Johnson ein Konzept für den Unterricht, das zu erheblichen Verbesserungen der Schülerleistungen führte und Lehrerinnen und Lehrern effektive und befriedigende Lehrmethoden an die Hand gab.
Kooperatives Lernen bedeutet, dass sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig bei der Arbeit unterstützen und gemeinsam zu Ergebnissen gelangen. Dies geschieht in Partner- oder Gruppenarbeit. In gut strukturierten Lerngruppen wird unter Zuhilfenahme von zahlreichen Methoden ein hohes Aktivierungsniveau der Lernenden erreicht mit nachhaltigen Erfolgen im kognitiven Bereich. Problemlöse- und Sozialkompetenz werden gleichermaßen aufgebaut und führen häufig zu einem positiveren Selbstbild der Lernenden. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in Gruppen ist das Schaffen eines förderlichen sozialen Klimas mit positiven Abhängigkeiten unter den Gruppenmitgliedern.
(Näheres unter: http://www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline/

 

Copyright © e-learn-watt 2005  ·  Schülerfirma axxi.de  ·  Letzte Änderung: 09.09.2005